Inforeihe Customer Relations: Was Brands von Bands lernen können

Teaserbild Customer Relations

Schon ewig zieht es mich in jedem Jahr zu vielen Konzerten und Festivals. Bei diesem häufigen Wechsel zwischen Büro & Bühne fängt man irgendwann unweigerlich an, diese beiden Welten zu vergleichen. Bei mir war das in letzter Zeit sehr häufig der Fall, weshalb ich diese Eindrücke mal zum Thema meiner kleinen Inforeihe machen möchte.

Teil 4: Was Brands von Bands lernen können

Was können sich Unternehmen in Puncto Service, Loyalität und Markenführung von Bands abgucken? Schauen wir uns dafür mal ein paar der größten Unterschiede dieser beiden Welten an:

🧑🏼‍🤝‍🧑🏻 Fans VS Neukunden

Eine treue Fanbasis ist der Garant für den Banderfolg. Während Unternehmen meist Aktionen zur Neukundengewinnung anwenden, welche Bestandskunden idR. nicht berücksichtigen (-> Unzufriedenheit, Markenwechsel, Akquisekosten), steht bei Bands die gesamte Fanbasis im Fokus. Bevorzugung oder Benachteiligung bestimmter Konsumentengruppen sucht man hier vergeblich.

🔎 Transparenz VS Geheimhaltung

Ob Arbeiten an einem neuen Album, die Planung einer Konzerttour oder Live-Videos aus dem Tourbus: Bands nehmen ihr Publikum auf der gesamten Journey mit, und liefern spannende Insights hinter die Kulissen. Dies schafft eine persönliche Bindung und fördert die Vorfreude auf alles was noch kommt. Unternehmen hingegen verschleiern ihre Entwicklungsprozesse meist, und „konfrontieren“ die Kundschaft lediglich mit dem Endergebnis.

🤝🏼 Kooperation VS Wettbewerb

Zwischen Bands & Brands herrscht ein starker Unterschied in Bezug auf das Wettbewerbsverhalten. Während Brands zumeist konkurrieren, steht bei Bands die Kooperation im Vordergrund. Gastauftritte, gemeinsame Touren & Festivalauftritte und der Support von kleineren Gruppen – auch, und vor Allem innerhalb des selben Musikgenres. Der Konsument profitiert von einer sehr dynamischen und offenen Wettbewerbskultur, anstatt sich in einem von Konkurrenzgedanken angetriebenen, teils aggressiv-werblichen Markt wiederzufinden.

💻 Handel VS Retoure

Bei Konzerten und Festivals blüht der Private Tickethandel. Während beim Kauf von Produkten von Unternehmen in der Regel nur der Kontakt zum Kundenservice bleibt, um ein Produkt zu retournieren, haben sich in der Musikszene die offiziellen Tauschbörsen durchgesetzt. Diese werden in der Regel direkt vom Veranstalter organisiert und ermöglichen den vereinfachten Handel innerhalb der Community. Maximale Flexibilität für die Konsumenten, geringer Aufwand für die Vertreiber.

🔥 Emotion VS #Branding

Von einzelnen Ticket Sale Kampagnen abgesehen basiert die öffentliche Kommunikation der Musikbranche hauptsächlich auf Emotionalität. Hier stehen das Erlebnis und die Gemeinschaft im Mittelpunkt, während Brands in der Regel sich selbst oder die werbliche Darstellung des Produkts kommunizieren.

Sicher lassen sich nicht alle positiven Aspekte der Musikszene auch 1:1 auf das Unternehmertum anwenden, dennoch verbirgt sich hier ein enormer Inspirationspool für ein mögliches Neudenken des Umgangs mit Markt & Community.

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